Willkommen

Friedrich-Ebert-Stiftung in Bosnien und Herzegowina

In Bosnien und Herzegowina hat die Friedrich-Ebert-Stiftung ihre Arbeit bereits 1994 aufgenommen. Seit 1996 ist sie mit einem Büro in der Hauptstadt Sarajewo und seit 1998 mit einem Zweitsitz in Banja Luka vertreten. Seither begleitet sie den Transitionsprozess im Land auf vielfältige Weise.
 
Wir setzen uns für den kooperativen Dialog zwischen den politisch Verantwortlichen und der Zivilgesellschaft ein. Mit Hilfe lokaler, regionaler und nationaler Partner organisiert die FES Bosnien und Herzegowina Workshops, Seminare, Vorträge und internationale Konferenzen zu zentralen gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Themen.


Aktivitäten

Die Lage der Region – eine Bestandsaufnahme aus sozialdemokratischer Perspektive

Am 17. November 2017 richtete die Friedrich-Ebert-Stiftung in Sarajevo eine regionale Fachtagung zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und Dynamiken in Südosteuropa aus. Hierbei wurden zunächst Fragen der demographischen Entwicklung (u.a. Abwanderung junger Menschen, Alterung der Gesellschaften) und ihre politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen diskutiert; unter besonderer Berücksichtigung der Geschlechterverhältnisse. In einem zweiten Schritt wurde die wirtschaftliche Entwicklung in den Blick genommen. Besonders die Folgen einer fortwährenden Privatisierung, eines starken Austeritätsdrucks sowie mangelnder Investitionen in den verschiedenen Ländern der Region, gehören zu den großen Herausforderungen.
Trotz der vielen Unterschiede in der Region, der länderspezifischen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen und Probleme, könnten gerade diese beiden Politikbereiche Potenziale für gemeinsames oder zumindest abgestimmtes Handeln sowie den Austausch von Erfahrungen bieten. Die Fachtagung bot den Raum für einen ersten offenen und konstruktiven Dialog und eine Bestandsaufnahme aus sozialdemokratischer Perspektive.


Politische Schule 2017 - fünf Themen in fünf Städten mit 100 Teilnehmer_innen

Mitte Mai 2017 organisierte die FES BuH zum sechsten Mal in Folge in Zusammenarbeit mit dem Forum of Left Initiative das Bildungsprogramm „Politische Schule“.   Während die politische Schule bisher immer nur in Sarajevo ausgerichtet wurde,  wurde sie dieses Jahr in fünf Städten  parallel organisiert. Insgesamt nahmen ca. 100 politische Nachwuchskräfte und zivilgeschallschaftlich engagierte junge Menschen and dem Programm teil.
Folgende Themen, die für gesellschaftspolitisches Engagement von besonderer Bedeutung sind wurden dort diskutiert und bearbeitet: das politische System BuH´s und seine Bedeutung für gesellschaftspolitisches Engagement, die Frage wie gesellschaftliche Initiativen entstehen und wie diese in konkrete Politikvorschläge umgesetzt werden können.
Die Teilnehmer_innen wurden zusätzlich in ihren Fähigkeiten des öffentlichen Auftritts weitegebildet , da mangelnde Erfahrung und mangelndes Selbstbewusstsein in dieser Hinsicht allzu oft junge Menschen davon abhält sich aktiv in gesellschaftspolitische Prozesse einzubringen. Die Politische Schule ist die erste Stufe im Konzept der Fortbildung progressiver Nachwuchskräfte die seitens Forum of Left Initiative und FES BiH durchgeführt wird.


BiH und EU Integration aus der schwedischen Perspektive

Beim jüngsten europapolitischen Cafe von Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Club der Studenten der Politischen Wissenschaft aus Banja Luka war am 8. Mai der Botschafter Schwedens, S.E. Anders Hagelberg zu Gast. Er betonte, dass sein Land die Integration des westlichen Balkans in die Europäische Union unterstützt. Trotz der Herausforderungen, mit denen sich die Europäische Union konfrontiert sieht – u.a. in Form von Wirtschaftskrise, Flüchtlingskrise und Brexit – ist er fest davon überzeugt, dass die Unterstützung für die EU in den meisten Ländern steigt. In Bosnien und Herzegowina ist die politische Diskussion wesentlich dominanter als in vielen anderen Ländern, meinte Botschafter Hagelberg. Es wäre allerdings sinvoller, die politische Debatte über Themen wie bspw. die Beschäftigung im realen Sektor zu führen, als über Verfassungs- und philosophische Themen.
In der Diskussion wurden Fragen zur Ausbildungssituation, zur Abwanderung von jungen Menschen aus BiH, zur öffentlichen Unterstützung für die EU Integration sowie zur schwedischen, feministischen Aussenpolitik angesprochen. Botschafter Hagelberg äusserte hinsichtlich der Reformagenda eine gewisse Besorgnis, da sie bisher die Frage der Gleichstellung der Geschlechter weitgehend ausblendet. Insbesondere die niedrige Beschäftigungrate von Frauen in BiH sei in dieser Hinsicht besorgniserregend.


Das Incoming-Programm für Journalisten aus BuH in Deutschland

MEDIEN UND POLITIK - ein Incoming-Programm der FES für Journalist_innen aus Bosnien und Herzegowina (27.3.-1.4.2017)
Die Demokratie steht in Bosnien und Herzegowina ebenso wie in Deutschland und in vielen weiteren Ländern vor strukturellen Herausforderungen - gerade im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Politik, Bürgern und Medien. Nicht nur etablierte politische Parteien und „das Establishment“ leiden unter einer Vertrauenskrise, sondern auch die Medien. Viele Beobachter fürchten, dass demokratische Prozesse durch Propaganda und die technische Beeinflussung von Diskurs und Wahlprozessen kompromitiert werden könnten.
Vor diesem Hintergrund hat die FES eine Studienreise von neun Journalist_innen aus Bosnien-Herzegowina organisiert, die darauf abzielte, das Verhältnis zwischen Medien, Politik und Bürgern in Deutschland unter Berücksichtigung neuer Trands und Entwicklungen kritisch zu analysieren und Anregungen für die Arbeit daheim zu sammeln. Zudem sollten auch Hintergrundinformationenzu Themen und Dynamiken deutscher Politik hinsichtlich der anstehenden Landtags- und Bundeswahlen vermittelt werden, die für die Berichterstattung in Bosnien-Herzegowina zukünftig von Bedeutung sein könnten.
Die teilnehmenden Journalist_innen aus Bosnien-Herzegowina haben im Rahmen des Programms die Redaktionen von überregionalen deutschen Medien in Berlin und Köln besucht (u.a. Die Welt, WDR) und Gespräche mit Vertreter_innen aus den Bereichen Journalismus (N-Ost, DJV), NGOs (Reporter ohne Grenzen), Think Tanks (GPPI) und Regierung in Berlin und Düsseldorf geführt.


Politisches Cafe zu europapolitischen Fragen

Am 23. März richtete die Friedrich-Ebert-Stiftung gemeinsam mit dem Club der Studenten für Politikwissenschaften aus Banjaluka ein weiteres politisches Cafe zu europapolitischen Fragen aus. Als Gastredner betonte Jan Psenica, Botschafter der Republik Slowakei in Bosnien und Herzegowina, dass das Engagement seines Landes für die Integration Bosnien und Herzegowinas in die Europäische Union auf Basis europäischer Werte stehe.
Es baut zudem auf den eigenen Erfahrungen der Slowakei im Zuge der EU-Integration auf. Zwei Erfahrungen waren laut seiner Einschätzung von besonderer Bedeutung: i) der Schlüssel für die Zukunft lag bzw. liegt in der Hand der Slowakei selbst. Die Politiker des Landes müssen politisch verantwortlich agieren und ihren Aussagen konkrete Taten folgen lassen. ii) Wichtig ist zudem, dass alle verabschiedeten Gesetze und Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt werden müssen.
Milos Solaja, Professor an der Fakultät für Politikwissenschaften verglich daraufhin die Erfahrungen der Republik Slowakei mit den bisherigen Erfahrungen und gegenwärtigen Herausforderungen für Bosnien und Herzegowina im Prozess der EU-Integration.


Care-Economy – durch Investitionen in die Pflegewirtschaft zum wirtschaftlichen Wachstum

Anlässlich des Internationalen Frauentages, dem 08.03.2017 fand in Sarajevo eine Konferenz zum Thema „Care-Economy“ statt. Teilnehmer_innen waren unterschiedliche Vertreterin von Frauenorganisationen, politische Entscheidungsträger_innen der progressiven Parteien und Gewerkschaftsvertreterinnen.

Der inhaltliche Fokus der Konferenz lag auf den aktuellen Reformen im Sozial- und Gesundheitswesen unter dem Aspekt der Genderperspektive sowie auf der unsichtbaren und unbezahlten Arbeit in der Pflegewirtschaft – von der vordergründig Frauen betroffen sind. Der Bereich der Pflegewirtschaft findet in BiH kaum Beachtung, weder bei den politischen Entscheidungsträgern noch im öffentlichen Diskurs. Bei den wenigen Diskussionen zum Thema Care-Arbeit wird die Pflegearbeit gerne als ein privates „Problem“, bzw. ein „Frauenproblem“ dargestellt. Tatsache ist, dass Frauen viel stärker in der Pflegewirtschaft (privat und institutionell) vertreten sind, aber dies bedeutet keineswegs, dass die Pflegewirtschaft nicht eine gesamtstaatliche und gesellschaftliche Herausforderung darstellt. Zwar sieht die Reform Agenda für BiH in der Tat Reformen im Sozial- und Gesundheitswesen vor, ohne dass die Pflegearbeit als solche thematisiert wird. Die Nachhaltigen Entwicklungsziele (= Sustainable Development Goals, kurz SDGs) die für einen Zeithorizont bis 2030 für alle Staaten weltweit entwickelt wurden, hingegen erwähnen die Notwendigkeit eben diese oftmals unbezahlte Pflegearbeit endlich angemessen zu würdigen und führen dies unter SDG 5.4.
Vor diesem Hintergrund gibt es in diesem Politikbereich trotz der schwierigen aktuellen Situation durchaus Chancen für deutliche Fortschritte. In Zusammenarbeit mit unserer Partnerorganisation CURE sollte die Konferenz einen Beitrag dazu leisten, das Thema der Pflegewirtschaft auf der politischen Agenda zu verankern. Eine der Kernbotschaften war es, dass über Investitionen in die Pflegewirtschaft schließlich auch die Voraussetzungen für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und die Wohlfahrt der Bevölkerung in Bosnien und Herzegowina verbessert werden können.

Mehr Infos und Hintergründe zur Wertstellung der Care-Economy weltweit finden Sie auf http://www.fes.de/de/frauentag-2017/.


Das letzte Modul der Akademie der sozialen Demokratie wurde letztes Wochenende abgeschlossen

Das letzte Modul der Akademie der sozialen Demokratie fand vom 18. - 20.11.2016. in Tuzla statt. Das Thema des letzten Moduls war "die Gegenwärtige Linke". Dieses Modul ist so konzipiert dass die Teilnehmer_innen zusammen mit den Referent_innen progressive Politiken in Bosnien-Herzegowina diskutieren wobei sozialwirtschaftliche Themen, aber auch Korruptionsbekämfpung und die Bedeutung der Solidarität im Fokus stehen. Die Diskussion zwischen den Teilnehmer_innen und den Referent_innen kam von verschiedenen Seiten immer auf einen Punkt zruück: die progressiven Kräfte in Bosnien-Herzegowina, aber auch Europaweit sind zersplittert und tun sich schwer damit progressive Politiken durchzusetzen. Daher bedürfe es neuer Initiativen in deren Rahmen verschiedene progressive Kräfte durch neue Ideen und Ansätze zusammenfinden und bei den Bürgern mittels gemeinsamer Plattformen für überzeugende Lösungen werben.


Die FES-Gewerkschaftschule 2016 – erfolgreich abgeschlossen

Auch im Jahr 2016 haben fast 30 junge Gewerkschaftsmitglieder unsere FES-Gewerkschaftschule erfolgreich abgeschlossen. Die neue Generation der Teilnehmer_innen wurde in dem, aus vier Modulen bestehenden Programm, zu arbeitsrechtlichen und gewerkschaftlichen Fragen fortgebildet. Das Projekt wird von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Gewerkschaftsbund der Republika Srpska (SSRS) und dem Bund unabhängiger Gewerkschaften BiH (SSSBiH) organisiert. Die FES-Gewerkschaftsschule fördert den Dialog zwischen jungen Menschen in ganz Bosnien und Herzegowina und steht für eine Annäherung der Gewerkschaftsjugend aus beiden Entitäten. Die Gewerkschaftsschule bietet daneben eine Online-Plattform zum gewerkschaftlichen Erfahrungsaustausch sowie Programme zur Förderung junger Führungskräfte in Arbeitnehmervertretungen.
Mehr Informationen über die FES-Gewerkschaftsschule und ihr Alumni-Netzwerk finden Sie auf Facebook unter: MMS - Mreža mladih sindikalaca/sindikalki BiH.


Neue außenpolitische Analyse vorgestellt - Iran and the Middle East: Perspectives Resting on Old Premises

„Iran and the Middle East: Perspectives on old premises“ ist der Titel der neuen Analyse die die Friedrich-Ebert-Stiftung BiH in Zusammenarbeit mit dem Think Tank Foreign Policy Initiative am 31.10.2016 vorgestellt hat. Der Autor der Analyse argumentiert vor dem Hintergrund seiner langjährigen diplomatischen Erfahrungen mit der Region dass der Nuclear Deal zwischen den Großmächten und Iran nicht nur Folgen für den Nahen und  Mittleren Osten, sondern für die ganze Welt haben wird. Zusätzlich werden auch die Beziehungen zwischen Iran und Bosnien-Herzegowina nach dem Nuclear Deal beleuchtet und mögliche Wechselwirkungen in den Beziehungen zu anderen Staaten in der Region analysiert. 


Das dritte Modul der Akademie der sozialen Demokratie wurde abgeschlossen

Nach zwei vorangehenden Modulen im Frühjahr 2016, wurde nun auch das III Modul der Akademie der sozialen Demokratie in Zusammenarbeit der FES BuH und dem Forum Left Initiative vom 21. - 23.10.2016 durchgeführt. Thema des III Moduls war die lokale Selbstverwaltung – ihre Bedeutung in politischer Hinsicht, die Zuständigkeiten und die Funktionsweise der Behörden auf lokaler Ebene. Die Referent_innen diskutierten mit den Teilnehmenden darüber, wie die Bürger_innen zu mehr Partizipation vor allem auf lokaler Ebene motiviert werden können und warum die Gemeindepolitik so wichtig ist. Zusätzlich wurde auch die lokale wirtschaftliche Entwicklung thematisiert, bzw.  die Frage, wie die Gemeinden ihre wirtschaftliche Entwicklung selbst beeinflussen können, beginnend von der Verbesserung des Geschäftsumfelds bis hin zu besseren Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmer. Letztlich wurde auch über mögliche Kooperationsmöglichkeiten zwischen Entscheidungsträger_innen auf lokaler Ebene und ziviligesellschaftlichen Akteuren diskutiert. Die Teilnehmenden kamen zu dem Schluss das, entgegen der oftmals sichtbaren Vernachlässigung der Gemeindeebene in der öffentlichen Wahrnehmung, die Gemeinden tatsächlich vielleicht sogar das größte Potential haben um progressive Politiken umsetzen zu können. 


Regionale Konferenz: „Kritische Erinnerungskultur – zwischen Erinnerung, Verleugnung und Vergessen“

Der Konflikt der ideologischen Paradigmen und der Einfluß von Narativen aus dem Zweiten Weltkrieg auf die gegenwärtigen Beziehungen in der Region waren zentrale Themen der diesjährigen regionalen Konferenz: „Kritische Erinnerungskultur – zwischen Erinnerung, Verleugnung und Vergessen“, welche die Friedrich Ebert Stiftung am 28. September in Zusammenarbeit mit der lokalen NGO „Oštra  nula“ in Banja Luka ausrichtete.
Einige Teilnehmer_innen der Konferenz waren der Meinung, dass die kritische Kultur des Gedächtnisses in eine Krise geraten ist und dass ein verfälschtes Verständnis der eigenen Geschichte mittlerweile fester Bestandteil des nationalen Bewusstseins geworden ist. Es wurde auch betont, dass man keine Entwicklungsfortschritte erzielen könne ohne sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Es sei wichtig, die Absurditäten des Krieges offen zu benennen und sich an den Krieg als ein kollektives Trauma zu erinnern, in dem Unschuldige leiden mussten und nicht nur nach vermeintlichen Gewinnern und Verlieren zu suchen. Eine der zentralen Einsichten der Konferenz war, dass die kritische Auseinandersetzung mit den dunklen Seiten der Vergangenheit der eigenen Gesellschaft schmerzhaft und traumatisch ist und zu einer Identitätskrise führen kann.


20 Jahre Friedrich-Ebert-Stiftung in Bosnien und Herzegowina

Die Friedrich-Ebert-Stiftung BiH feierte Ende August ihr 20-jähriges Jubiläum der Arbeit in Bosnien-Herzegowina. Das Jubiläum war ein guter Anlass um noch einmal mit den Partnern über die Errungenschaften dieser Arbeit zu diskutieren, aber auch die zukünftige Arbeit der Stiftung in BiH in den Weg zu nehmen. Die Friedrich-Ebert-Stiftung in BiH wird weiterhin Partner jener Kräfte in der Gesellschaft BiH´s sein, die sich für soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden einsetzen.